Reisebericht: Urlaub in Khao Lak

Im Februar 2010 verbrachte ich zusammen mit meiner Freundin zwei Wochen in Khao Lak. Nachdem wir zwei Jahre davor bereits einmal Urlaub in Thailand machten hatten wir auch an den Reiseort Khao Lak hohe Erwartungen. Diese konnte Khao Lak sogar noch übertreffen. Der Urlaub in Khao Lak hat uns sogar noch besser gefallen, als die Ferien auf Phuket.

Reisebericht über unsere Ferien in Khao Lak

Bereits vor unserem Abflug durften wir von Freunden, welche bereits in Khao Lak Ferien verbracht haben wertvolle Tipps erhalten. Wir machten uns also mit einer Liste voller guter Restaurants und schönen Strandabschnitten auf den Weg und konnten uns so einige Arbeit vor Ort ersparen. Mit diesem Reisebericht wollen wir ihnen ebenfalls einen einfacheren Einstieg in ihre Ferien in Khao Lak ermöglichen. In unserem Reisebericht über Khao Lak erfahren sie mehr über den Urlaubsalltag vor Ort, über gute Restaurants und wichtige Verhaltensregeln. Wir wünschen ihnen einen wunderschönen Urlaub in Khao Lak, einer der schönsten Urlaubsregionen in Thailand.

Dicke Wolken, Schnee und klirrende Kälte. Der Winter 2009 / 2010 hatte es in sich. Lange Zeit sah es so aus, als ob die Temperaturen gar nicht mehr über die Null-Grad Marke steigen wollten. Meine Freundin wollte nur noch weg. Immer konkreter wurden die Gedanken an Sonne, Strand und Meer. Doch wohin zieht es einen im Februar an die Sonne? Wenn es richtig warm sein soll kommen eigentlich nur Fernreisen in Frage. Nach einigen Stunden intensiver Recherche im Internet standen zwei Kandidaten zur Auswahl. Lanzarote und Thailand. Die Kanaren, weil wir bereits einmal während den Wintermonaten auf Gran Canaria waren und vom Urlaub begeistert waren, und in Thailand herrschte zu unserer Reisezeit gerade Hochsaison. 35 Grad im Schatten und Sonne auf Sicher hatten durchwegs ihren Reiz. Preisvergleiche ergaben, dass uns eine Reise nach Khao Lak gut 300 Euro teurer kommt als Lanzarote. Trotzdem entschiedenen wir uns für einen Urlaub in Khao Lak. Einige Wochen später sollte sich herausstellen, dass unsere Entscheidung richtig war. Auf den Kanaren war es im Februar 2010 ungewöhnlich kühl, ausserdem fegte ein Unwetter über die Inseln hinweg.

Mit voll gepacktem Auto machten wir uns am Dienstagabend auf den Weg nach München. Vom Flughafen in München konnten wir eine Pauschalreise mit Direktflug buchen, die uns ausserdem wesentlich billiger kam als ab Zürich. Um ohne Stress abfliegen zu können haben wir uns entschieden in einem Hotel in der Nähe des Flughafens zu übernachten. Wir buchten über das Internet ein spezielles Park and Fly Angebot eines Viersterne-Hotels der Kette Best Western. Für gut 99 Euro bekamen wir eine Übernachtung im Doppelzimmer sowie ein Tiefgaragenparkplatz für zwei Wochen, zudem war der Shuttletransport vom Hotel zum Flughafen München und zurück bereits im Preis inbegriffen.

Obwohl es bereits dunkel war konnten wir unser Hotel im kleinen Städtchen Erdingen problemlos finden und schliefen voller Vorfreude schnell ein. Gegen 14 Uhr am nächsten Tag startete unser Flug. Wir hatten unseren Urlaub bei Alltours gebucht und flogen von München aus mit Air Berlin nach Phuket. Der Flug dauerte gut 11 Stunden und war nicht sonderlich komfortabel. Im Jahr 2008 flogen wir mit Singapore Airlines nach Phuket. Dort hatte jeder Fluggast seinen eigenes Unterhaltungsprogramm im Sitz eingebaut. Auch die Beinfreiheit war wesentlich grösser und ermöglichte einen deutlich komfortableren Flug. Damals mussten wir allerdings eine Zwischenlandung in Kauf nehmen. Das Umsteigen in Singapur kostete uns damals alles in allem gut 4 Stunden. Gerade bei Langstreckenflügen doch ein deutlicher Unterschied. Meiner Meinung ist es nicht ganz unwichtig ob man nun 11 oder 15 Stunden nach dem Start an der Urlaubsdestination ankommt. Unser Flug mit Air Berlin verlief problemlos. Die Maschine landete  setzte sanft auf während unser Pilot den Passagieren mitteilte, dass die Aussentemperatur zur Zeit gut 25 Grad beträgt, zu dieser Zeit war es in Thailand gerade einmal sieben Uhr in der früh. Mit einem Lächeln und glücklich endlich in der Wärme angekommen zu sein verliessen wir das Flugzeug und reihten uns in die Schlange an den Zollschaltern ein. Jeder der nach Thailand einreisen will wird detailiert erfasst, der Zweck dieser Aktion dürfte höchsten den Behörden klar sein, wahrscheinlich nicht einmal denen. Müde vom langen Flug warteten wir in der nie enden wollenden Schlange bis wir endlich an den Schalter vortreten konnten von einem grimmigen Mann begutachtet wurden und in die Kamera lächeln durften für ein Foto. Wir griffen unsere Koffer vom Rollband und gingen mit schnellen Schritten dem Ausgang entgegen. Am Flughafen von Phuket bekommen sie von einer freundlichen Dame gratis eine thailändische Sim-Karte in die Hand gedrückt. Diese kostet sie nichts und ermöglicht es ihnen, sofern sie ein Handy ohne Sim-Look besitzen, mit einer thailändischen Telefonnummer zu kommunizieren. Eine solche  sollten sie sich unbedingt zulegen sind doch die Roaming-Gebühren für europäische Mobiltelefonkunden ziemlich hoch.

Fahrt nach Khao Lak

Am Ausgang empfing uns eine freundliche Dame von Alltours und brachte uns zum Minibus, welcher uns nach Khao Lak bringen sollte. Wir waren die einzigen Alltours-Kunden dieses Fluges die ein Hotel in Khao Lak gebucht haben und so hatten wir den ganzen Bus für uns. Beim Fahrzeug handelte es sich um einen Kleinbus, der eigentlich keine Wünsche offen liess. Was allerdings sehr zu wünschen übrig liess, war die Fahrweise des Chauffeurs. Ganz in thailändischer Manier überholte dieser wie ein Wilder. Unseren kleinen Schumacher schien es überhaupt nicht zu interessieren ob nun eine Sicherheitslinie ausgezogen oder die Sicht in der Kurve doch ziemlich eingeschränkt war. Gottlob erreichten wir unser Hotel trotzdem ohne Zwischenfall. Wir hatten ein kleineres Hotel etwas ausserhalb vom eigentlichen touristischen Zentrum von Khao Lak gebucht. Schnell wurde uns klar, dass in der Tat wenig um unsere Hotelanlage herum zu finden war. Das nächste Hotel war gut ein Kilometer entfernt und auch die Restaurants waren ein ganzes Stück weit weg. Am nächsten Tag hatten wir ein Willkommensgespräch mit unserem Reiseleiter vor Ort. Sollten sie einen Pauschalurlaub nach Khao Lak gebucht haben so sollten sie dieses Informationsgespräch unbedingt besuchen. Sie erfahren doch sehr viel über die Gegebenheiten vor Ort und können all ihre Fragen rund um Khao Lak los werden. So erfuhren wir beispielsweise, dass es denn Ort Khao Lak eigentlich gar nicht gibt. Touristen beschreiben oftmals die Einkaufspassage am Highway 4 bei Nang Thong als Khao Lak Zentrum. Das eigentliche Khao Lak liegt allerdings weiter südlich. Vor einigen Jahren nannte ein bekannter Reiseveranstalter die gesamte Region Khao Lak. Die anderen Veranstalter übernahmen diese Praxis, so dass die Region unter dem Namen Khao Lak bekannt wurde. Wir liessen uns einige gute Restaurants empfehlen und liessen uns die angebotenen Ausflüge erklären.

Da wir bereits um 9 Uhr das Hotel erreichten konnten wir nicht gleich unser Zimmer beziehen. Wir wurden ins Restaurant gebracht wo wir unser erstes Frühstück zu uns nehmen konnten. Das Frühstück war sehr lecker, besonders die frisch zubereiteten Omeletten und Rühreier. Frische und vorallem reife Früchte, Joghurt und Brötchen rundeten  das Angebot ab. Bereits nach dem ersten Frühstück im Orchid Beach Resort war uns klar, dass wir hier nicht verhungern würden. Kurze Zeit später konnten wir dann auch unser Zimmer beziehen. Wir waren im zweiten Stock untergebracht und waren von der Aussicht auf unserem Balkon ganz angetan. Wir sahen direkt auf die schöne Gartenanlage und konnte ebenfalls den schönen Sandstrand sehen. Der lange Flug und die Busfahrt nach Khao Lak hatten ganz schön an unseren Kräften gezehrt so dass wir uns entschieden erst einmal einige Stunden zu schlafen. Am späten Nachmittag stellten wir nach dem Aufstehen erstaunt fest, dass es in der Zwischenzeit leicht geregnet hatte. Es sollten die einzigen Regentropfen während unseres Urlaubs in Khao Lak bleiben. Am Abend fuhren wir mit dem Hotelshuttle ins Zentrum von Khao Lak. Entlang des Highway haben sich auf beiden Seiten der Strassen diverse Einkaufsläden, Restaurants und Wechselstuben niedergelassen. Wir wechselten einige Euros in Baht. Am besten wechseln sie ihr Geld bei einer Wechselstube einer thailändischen Bank. Dort erhalten sie die günstigsten Wechselkurse. In Khao Lak befinden sich einige Banken, so dass es kein Problem ist Geld zu beziehen. Nach dem wir nun endlich im Besitz der thailändischen Währung waren konnten wir essen gehen. Wir suchten uns eines der kleinen Thai-Restaurants aus. Während den zwei Wochen in Khao Lak assen wir nur sehr selten am Highway. Wir stellten fest, dass die Strandrestaurants in Khao Lak für weniger Geld besseres Essen bieten. Ausserdem ist es richtig gemütlich den Sonnenuntergang direkt am Meer bei einem guten Abendessen zu geniessen. Ein kleiner Tipp. Die meisten Resorts in Khao Lak verfügen über eigene Restaurants. Hier essen sie in der Regel ziemlich gut, die Preise sind allerdings in den meisten Fällen total übertrieben. Im Hotel bezahlen sie meistens etwa das Doppelte für das gleiche Essen wie in einem Restaurant ausserhalb der Hotelanlage.

Shopping in Khao Lak

Wie überall in Thailand gibt es auch in Khao Lak diverse Geschäfter die mit gefälschten Markenwaren Kunden aus Europa locken wollen. Wie auf einem türkischen Bazar wird gehandelt und gefeilscht. Die Preisverstellung der Verkäufer sind meistens total überrissen. Leider wird auch Khao Lak in den letzten Jahren immer mehr zu einem Einkaufs- und Massentourismusort. Die Touristen sind an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig, kaufen sie doch im Urlaub wie die Wilden und sind bereit total überzogene Preise zu zahlen. Für die Ladenbesitzer ein gutes Geschäft. Da erstaunt es nicht, dass die Läden wie die Pilze aus dem Boden schiessen. Entlang des Highway in Nang Thong gibt es alleine 5 Optikergeschäfte, der gleichen Kette. Absurd und mit rationalen wirtschaftlichen Erklärung in keinster Weise sinnvoll. Die Optikergeschäfter sind nicht einmal Konkurrenten sondern gehören zur gleichen Kette. Ausserdem gibt es gefühlte hundert Schneider, und geschätzte tausend Taxis die um die Touristen buhlen. Dazwischen diverse kleinere Kleidergeschäfte mit den immer gleichen Produkten. Uns ist das Einkaufen ziemlich schnell vergangen. Wir haben allerdings unglaublich viele Touristen erlebt, die geradezu utopische Preise bezahlt haben. Ein T-Shirt kostet den Händler keinen Euro im Ankauf, wieso sollte ein Tourist dafür 10, 20 Euro bezahlen? Das gleiche gilt für Koffer, Badehosen usw. Ausserdem sollten sie sich bewusst sein, dass in letzter Zeit die Grenzbeamten in Europa vermehrt gegen Fälschungen vorgehen. Während vor einigen Jahren der Privatgebrauch noch geduldet wurde sind die Zöllner beispielsweise in der Schweiz angewiesen worden konsequent alle gefälschten Produkte zu beschlagnahmen und zu vernichten. Es ist also möglich, dass ihnen der Zoll die in Khao Lak erworbene gefälschte Uhr abnimmt und sie am Schluss gar noch ein Strafverfahren angehängt bekommen. Falls sie sich dennoch zum Kauf eines Produktes in Khao Lak entscheiden so sollten sie unbedingt die Preise drücken. Seien sie sich nicht zu schade ebenso unverschämte Preisangebote zu machen wie der Verkäufer. Sagen sie als Startangebot einfach mal ein drittel des vorgeschlagenen Preises und handeln sie sich in kleinen Schritten hoch. Lassen sie sich genügend Zeit und laufen sie falls nötig einfach einmal weg. Sie werden sehen dies wirkt oftmals Wunder. Kaufen sie die Sachen nicht erst am letzten Urlaubstag ein. Sonst sind sie unter Zugzwang. Lieber sie verhandeln einfach mal in den ersten Tagen einige Preise in verschiedenen Geschäften (die teilweise wie wir festgestellt haben sogar den gleichen Personen gehören, und trotzdem unterschiedliche Preise verlangen). Kaufen können sie dann immer noch später. Ausserdem hat es sich bewährt möglichst vor Ladenschluss zu verhandeln. Die Verkäufer wollen dann kurz vor dem Schliessen möglichst schnell noch ein bisschen Geld verdienen. Als Geschenk für Verwandte wollten wir eine Tasche aus Stoff kaufen. Diese einfache Handtasche war keine Markenfälschung sondern ein ganz normales Massenprodukt. Die Einkaufspreise für die Verkäufer in Khao Lak dürften kaum 50 Cent betragen. In einem ersten Geschäft bot uns der Händler zwei Taschen erst für 300 Baht (gut 7 Euro) an. Dies war uns zuviel und so gingen wir in ein anderes Geschäft in Khao Lak (haben ja sowieso alle die gleichen Produkte). In der Tat fanden wir die gleiche Tasche noch in etwa 10 anderen Läden in Khao Lak. Die Preise reichten für zwei Taschen von 250 bis 1200 Baht. Sie sehen es lohnt  sich die Preise ausgiebig zu vergleichen und immer schön zu drücken.

Spaziergang an den Stränden von Khao Lak

Am nächsten Tag entschlossen wir uns früh aufzustehen und am Strand spazieren zu gehen. Bewaffnet mit unserer Kamera und schön eingeschmiert mit einer 50er Sonnencreme machten wir uns auf den Weg. Die Strände in Khao Lak sind ein absoluter Traum und laden zu stundenlangen Spaziergängen ein. Das Wasser ist deutlich weniger klar als in Phuket, da der Sand immer wieder aufgewühlt wird und das Wasser im Randbereich trübt. Je nach dem ob gerade Ebbe oder Flut herrscht sind die Strände um gut zwanzig Meter unterschiedlich breit. Im Bereich des Wassers ist der Sand flach und zusammengedrückt. So kommt man ziemlich schnell und ohne allzu grossen Kraftaufwand vorwärts. Die verschiedenen Strände in Khao Lak sind alle zusammenhängend. Einzig einige kleinere Flussmündungen trennen die verschiedenen Strandabschnitte voneinander. Diese zu überqueren ist allerdings kein grösseres Problem. Während der Ebbe reicht einem das Wasser nicht einmal bis zu den Knien. Bei Flut kann es schon einmal bis zur Brust reichen, während dieser Zeit besteht bei vielen Flussmündungen die Möglichkeit für 10 Baht eine Fähre zu benützen um nicht nass zu werden. Die Flussmündungen in Khao Lak sind nur etwa 20 Meter breit und wie bereits erwähnt problemlos überwindbar. Vom Sunset Beach bis zum Cape sind es gut 14 Kilometer. Die meisten Hotels befinden sich an den beiden südlich gelegenen Stränden Nang Thong Beach und Biang Nang Beach. Je weiter man in Richtung Norden läuft umso einsamer werden die Strände. Während im Süden von Khao Lak gut alle 100 Meter ein Hotel anzutreffen ist, läuft man im Norden von Khao Lak gut und gerne einen Kilometer bis man auf die nächsten Touristen und Hotelanlagen trifft. Wer Ruhe und Erholung sucht und gerne ein bisschen abgeschiedener Übernachtet, der ist in einem Resort an der Khuk Kha Beach gut aufgehoben. Besonders empfehlenswert ist das neu eröffnete JW Marriott, wer nicht ganz so tief in den Geldbeutel greifen möchte und auch auf einigen Komfort verzichten kann, der ist in der kleinen Hotelanlage des Orchid Beach Resorts gut aufgehoben. Im Süden von Khao Lak gibt es diverse gute Hotelanlagen. Wem eine direkte Strandlage nicht besonders wichtig ist, der findet hier auch etwas abseits der Küste diverse gute und preiswerte Hotels.

Hier gehts zum zweiten Teil des Reiseberichts Khao Lak

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